Bioverfügbarkeit
Magnesiumcitrat oder Glycinat statt billigem Oxid. Die Salzform entscheidet, wie viel im Körper ankommt — nicht die Milligrammzahl auf der Packung.
Wir haben uns durch achtzehn Brausetabletten aus deutschen Online-Apotheken gelesen — und sortiert nach Bioverfügbarkeit, Natriumgehalt, Süßstoffen und Preis. Drei Produkte empfehlen wir. Fünf würden wir meiden.
Wir gewichten Bioverfügbarkeit und Natriumgehalt am höchsten — das sind die beiden Stellschrauben, die ein Produkt vom „könnte ich nehmen" zum „würde ich meinen Eltern empfehlen" machen.
Magnesiumcitrat oder Glycinat statt billigem Oxid. Die Salzform entscheidet, wie viel im Körper ankommt — nicht die Milligrammzahl auf der Packung.
Wir schauen auf die Summe aller Natriumverbindungen. Unsere Schwelle: unter 50 mg pro Tablette für „Top", unter 150 mg für „Ok".
Sucralose und Acesulfam-K sind EFSA-konform, summieren sich aber. Wir bevorzugen Produkte mit Erythrit, Stevia oder gar keinem Süßstoff.
Markenaufschlag rechtfertigt selten den Preis. Eine 20er-Packung sollte zwischen 4 und 6 € liegen — alles darüber zahlt das Marketing-Budget mit.
Wenig Natrium, gut bioverfügbares Magnesiumsalz, ehrliches Etikett, fairer Preis. Reihenfolge bedeutet keine harte Rangliste — alle drei sind gute Wahlen.
20 Brausetabletten · Citrat-Salz · Zitronengeschmack
Niedrigster Natriumwert im Vergleich. Citrat-Salz, das im Körper ankommt. Geschmack ist sachlich, nicht aufdringlich — und der Preis pro Tablette bleibt unter 25 Cent.
20 Granulat-Sticks · Citrat-Salz · Ananasgeschmack
Direkt-Granulat ohne Wasser — gut für unterwegs. Niedriges Natrium, gutes Magnesiumsalz. Süßstoff-Mix ist der Wermutstropfen, sonst kaum zu schlagen.
30 Brausetabletten · Glycinat-Salz · ohne Geschmack
Glycinat ist die teurere, aber am besten verträgliche Salzform. Ohne künstliche Süßstoffe. Geschmack neutral. Wer Citrat schlecht verträgt, findet hier die ehrlichste Alternative.
Sortierbar per Klick auf den Spaltenkopf. Filter oben grenzt nach Urteil ein. Preise pro Tablette, Stand 12. Mai 2026.
| #▼ | Produkt↕ | Salzform↕ | Magnesium↕ | Natrium↕ | Süßstoff↕ | € / Tabl.↕ | Urteil↕ | Online |
|---|
Diese drei Produkte fallen in der Stichprobe besonders auf — entweder durch ein extremes Natrium-Profil oder durch eine Magnesiumform, deren Bioverfügbarkeit kaum nachweisbar ist. Wer auf eine Magnesium-Brause angewiesen ist, sollte sie meiden.
Höchster Natriumwert im Vergleich. Magnesiumoxid mit zweifelhafter Bioverfügbarkeit. „Forte" suggeriert mehr Wirkung — geliefert wird vor allem Salz.
Niedriger Preis (0,11 €), aber die Bilanz stimmt nicht: Magnesiumoxid, 402 mg Natrium und ein Süßstoff-Cocktail aus Sucralose, Acesulfam und Cyclamat.
Verkaufsschlager in Stadtapotheken. Magnesiumoxid (nicht ausgewiesen), hoher Natriumanteil, Premium-Preis. Markenname zahlt — der Körper nicht.
Aus den E-Mails, die uns nach der ersten Ausgabe erreichten — fünf Fragen, fünf knappe Antworten. Wenn deine Frage nicht dabei ist, schreib uns gerne.
Die DGE empfiehlt 300–350 mg Magnesium pro Tag für Erwachsene. Wer ausgewogen isst — Vollkorn, Nüsse, Hülsenfrüchte, grünes Gemüse — deckt das in der Regel über die Ernährung. Eine Brausetablette macht erst dann Sinn, wenn ein ärztlich festgestellter Mehrbedarf besteht (z. B. bei intensivem Sport, in der Schwangerschaft oder bei bestimmten Medikamenten).
Mehr als 250 mg zusätzlich pro Tag aus Nahrungsergänzung sollte die Ausnahme sein — die EFSA warnt vor Durchfall bei Überdosierung.
Citrat. Magnesiumoxid ist billig in der Herstellung, hat aber eine Bioverfügbarkeit zwischen 4 und 22 % — der Großteil verlässt den Körper unverändert. Citrat erreicht 30 bis 40 %, Glycinat noch mehr.
Die Milligramm-Angabe auf der Verpackung sagt nur, wie viel Magnesium drin ist, nicht wie viel im Körper ankommt. Eine 400-mg-Citrat-Tablette kann effektiv mehr leisten als eine 600-mg-Oxid-Tablette.
Tendenziell ja, was Natrium angeht. Brause braucht Natriumhydrogencarbonat (oder ein anderes Natriumsalz), um zu sprudeln. Wer die Sprudeloptik nicht braucht, fährt mit Direkt-Granulat oder Kapseln meist besser — weniger Natrium, weniger Süßstoff, oft günstiger.
Manche Hersteller setzen mittlerweile auf Kaliumbicarbonat als Brausetreibmittel — das sprudelt genauso, ohne Natrium-Eintrag. Noch eine Seltenheit, aber im Aufwind.
Drei Studien aus den Jahren 2022 und 2023 zeichnen das Bild zusammen: Eine Inhaltsstoff-Analyse im BMJ Open (Kunz et al. 2023) zeigt durchschnittlich 450 mg Natrium pro Brause-Schmerztablette. Eine große Kohortenstudie im European Heart Journal (Rao et al. 2023) verknüpft regelmäßigen Natrium-Paracetamol-Konsum mit höheren kardiovaskulären Ereignisraten. Der PATH-BP-Trial in Circulation (MacIntyre et al. 2022) misst direkt: regelmäßige Einnahme erhöht den systolischen Blutdruck um etwa 5 mmHg gegenüber Placebo.
Das klingt nach wenig, ist es aber nicht: 4 bis 5 mmHg systolisch entsprechen statistisch einem messbar erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Für Menschen mit bereits erhöhtem Blutdruck, in der Schwangerschaft oder mit Nierenerkrankungen besonders relevant.
Bei den hier gelisteten Marken durchgängig ja — wir haben Differenzen zwischen 30 und 50 % zur Stadtapotheke gesehen. Eine 20er-Packung Magnesium 400 Brause kostet bei Shop-Apotheke oder DocMorris regelmäßig 4,79 €, in der Stadtapotheke werden bis zu 8,99 € aufgerufen.
Bei akutem Bedarf (z. B. Schmerztabletten am Freitagabend) bleibt die Stadtapotheke unschlagbar. Für Routine-Bedarf wie Magnesium oder Vitamin C ist Online klar im Vorteil.
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Wir kaufen anonym bei Shop-Apotheke, DocMorris und Aponeo. Keine Musterzusendungen, keine Testkonditionen vom Hersteller. Stand der Preise: 12. Mai 2026.
Wir vergleichen die Pflichtangaben auf der Verpackung mit den hinterlegten Werten in der Schweizer Roten Liste und im DAC/NRF — Abweichungen werden vermerkt.
Für jede Salzform haben wir die aktuelle EFSA-Übersicht und mindestens eine peer-reviewed Studie zur Bioverfügbarkeit konsultiert. Quellen sind im Methodik-Dossier verlinkt.
Top < 50 mg: Pragmatischer Schwellwert deutlich unter dem EU-Label „natriumarm" (120 mg / 100 g, EU 1924/2006). Bei drei Tabletten pro Tag bleibt der Brause-Beitrag unter 150 mg — weniger als 8 % der DGE-Tageshöchstmenge von 2000 mg.
Hoch im Natrium (über 250 mg): Eine einzelne Tablette liefert hier mehr als 12 % der DGE-Tageshöchstmenge. Bei drei Tabletten täglich erreicht der Brause-Anteil allein 37 % des Tageslimits — bevor irgendetwas Salzhaltiges gegessen wurde. Quelle Referenz: DGE D-A-CH 2024, EFSA Dietary Reference Values for Sodium 2019.
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