Was steckt eigentlich in einer Brausetablette?
Eine Brausetablette macht ihre Sache, weil zwei Reaktionspartner trocken nebeneinander liegen und im Wasser miteinander reagieren: eine schwache Säure (meistens Zitronensäure, manchmal Weinsäure) und eine Base, fast immer Natriumcarbonat oder Natriumhydrogencarbonat. Genau diese Base ist der Grund, warum die Brause sprudelt, und gleichzeitig der Grund, warum fast jede Brausetablette nennenswerte Mengen Natrium enthält.
Die chemische Reaktion, die du im Glas siehst, läuft so ab:
3 NaHCO₃ + C₆H₈O₇ → 3 CO₂ + 3 H₂O + Na₃C₆H₅O₇
Natriumhydrogencarbonat + Zitronensäure → Kohlendioxid + Wasser + Natriumcitrat
Das Kohlendioxid ist das sichtbare Sprudeln. Das Wasser löst alles, und das Natriumcitrat bleibt im Glas. Wer trinkt, bekommt das Natrium komplett zurück. In gesunden Menschen werden laut EFSA fast 100 Prozent des aufgenommenen Natriums über die Dünndarmschleimhaut absorbiert (EFSA, Dietary Reference Values for Sodium 2019).
Pro Tablette landen so 200 bis 500 mg Natrium in deinem Glas, manchmal noch ein paar zusätzliche Milligramm aus Süßstoffen wie Natrium-Saccharin oder Natrium-Cyclamat. Eine technische Alternative wäre Kaliumhydrogencarbonat: das sprudelt genauso, liefert aber Kalium statt Natrium. Es kommt aber wegen des bitteren Geschmacks und höherer Herstellungskosten nur selten zum Einsatz. Wenn dir auf einem Etikett “kaliumhydrogencarbonat” begegnet, ist das in 9 von 10 Fällen ein bewusst salzarm konzipiertes Produkt und einen genaueren Blick wert.
Was viele übersehen: Natrium ist nicht nur in der Brause-Reaktion versteckt. Auch zugesetzte Konservierungsstoffe wie Natriumbenzoat (E211) und Säureregulatoren wie Mononatriumcitrat (E331a) tragen jeweils ein paar Milligramm bei. Wenn du wissen willst wie viel Natrium tatsächlich in deinem Tagesglas landet, hilft unser Natrium-Rechner mit einer Live-Berechnung gegen die DGE-Tageshöchstmenge.
Was macht der Körper überhaupt mit Natrium?
Bevor wir auf die konkreten Mengen schauen, kurz die Physiologie. Natrium ist nicht generell ein Schadstoff. Es ist das dominierende Kation in der extrazellulären Flüssigkeit und für drei Dinge essentiell (EFSA 2019):
- Wasserhaushalt über osmotischen Druck regulieren
- Zelluläre Nährstoffaufnahme durch die Zellmembran ermöglichen
- Transmembranpotenziale für Nerven- und Muskelfunktion erzeugen (jede einzelne Muskelkontraktion und jeder Nervenimpuls braucht Natrium)
Der Körper braucht Natrium also. Das Problem ist nicht das Element, sondern die Menge und die Regulation.
Die Niere ist das Hauptorgan, das den Natriumhaushalt steuert. Bei gesunden Menschen werden etwa 92 bis 93 Prozent der täglichen Natriumaufnahme über den Urin ausgeschieden. Das ist auch der Grund, warum die 24-Stunden-Urinausscheidung der wissenschaftlich präziseste Biomarker für die tatsächliche Natriumzufuhr ist (Spot-Urinproben sind wegen tageszeitlicher Schwankungen viel ungenauer).
Wenn die Aufnahme aber zu hoch wird, kommt das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) ins Spiel: hormonelle Gegensteuerung, die unter anderem den Blutdruck reguliert. Dauerhaft erhöhte Natriumzufuhr überfordert dieses System, mit messbaren Folgen für Blutdruck und kardiovaskuläres Risiko.
Wie viel ist genug? Die EFSA hat 2019 nach Auswertung der gesamten Evidenzlage 2,0 g Natrium pro Tag als sichere und angemessene Zufuhr für Erwachsene festgelegt. Die durchschnittliche tatsächliche Aufnahme in europäischen Ländern liegt zwischen 2,6 und 6,1 g pro Tag, also bei 130 bis 305 Prozent des Empfohlenen. Brausetabletten kommen auf ein ohnehin schon überfülltes Natrium-Konto obendrauf.
Wieviel Natrium ist in welcher Brausetablette?
Die Verbraucherzentrale NRW hat im April 2025 einen Marktcheck zu Brausetabletten als Nahrungsergänzungsmittel veröffentlicht. Untersucht wurden 72 Produkte, davon Vitamin-, Multi-Vitamin- und Mineralstoff-Brausen aus deutschen Online-Apotheken und Drogerien.
Die zwei zentralen Befunde:
- Durchschnittlich 268 mg Natrium pro Tagesdosis (entspricht 0,67 g Kochsalz). Spitzenprodukte liegen deutlich darüber.
- Rund die Hälfte der Produkte machte gar keine Angabe zum Natrium- oder Salzgehalt. Die Information ist bei Nahrungsergänzungsmitteln gesetzlich nicht verpflichtend, anders als bei verpackten Lebensmitteln.
Bei einer typischen Tagesdosis von einer Brause-Multivitamintablette + einer Magnesium-Brause am Abend bist du also schnell bei 500 bis 600 mg Natrium allein aus deinen “Vitaminen”, bevor du überhaupt Brot, Käse, Wurst oder Fertigprodukte gegessen hast. Das sind 25 bis 30 Prozent der DGE-Tageshöchstmenge, und in vielen Fällen kommunizieren die Hersteller diese Information nicht einmal.
Noch deutlicher wird das Bild bei Schmerz- und Erkältungs-Brausetabletten. Die Inhaltsstoff-Analyse von Kunz et al. (BMJ Open 2023) untersuchte Brausepräparate aus dem rezeptfreien Schmerzmittel-Segment und fand:
- Durchschnittlich 450 mg Natrium pro Tablette
- Bei einer Maximaldosis von 8 Tabletten am Tag (laut Hersteller-Beipackzettel) wären das 3.600 mg Natrium allein aus dem Medikament, etwa das 1,8-fache der WHO-Tageshöchstmenge von 2.000 mg
Wenn du das gleichzeitig mit Salz aus normaler Ernährung addierst, sind 4.000 bis 5.000 mg Gesamtnatrium an einem typischen Tag keine Seltenheit, also das Doppelte der DGE-Empfehlung. Für gesunde Erwachsene ist das auf Dauer ungünstig. Für Hypertonie-Patienten ist es ein vermeidbarer Risikofaktor.
Was sagen Studien zum Bluthochdruck-Risiko?
Die Evidenz steht auf drei Säulen aus den Jahren 2022 und 2023. Jede Studie liefert ein anderes Puzzleteil. Zusammen ergeben sie ein klares Bild, das du als Bluthochdruck-Patient kennen solltest.
Säule 1: Inhaltsstoff-Analyse (Kunz et al., BMJ Open 2023)
Die Forschungsgruppe um Felix Mahfoud (damals Universitätsklinikum des Saarlandes) hat in einer comparative cross-sectional study den Natriumgehalt von rezeptfreien Brause-Schmerz- und Erkältungsmitteln systematisch erfasst (doi:10.1136/bmjopen-2023-076302).
Was sie gefunden haben:
- Durchschnitt 450 mg Natrium pro Brausetablette im Schmerz/Erkältungs-Segment
- Maximalwerte deutlich über 500 mg pro Tablette bei einzelnen Präparaten
- Auf der Verpackung wird der Wert oft nur indirekt kommuniziert (über die Zutatenliste, nicht in der Nährwerttabelle)
- Eine Maximaldosis von 8 Tabletten pro Tag (wie sie in manchen Beipackzetteln steht) würde 3.600 mg Natrium allein über das Medikament bedeuten, also fast das doppelte der WHO-Tageshöchstmenge
Die Studie hat den Blutdruck der Patienten nicht selbst gemessen. Sie quantifiziert nur, was in den Tabletten drinsteckt. Das ist die Basis für die nächste Säule.
Säule 2: Direkter Blutdruck-Effekt (PATH-BP-Trial, MacIntyre et al., Circulation 2022)
Das ist die methodisch sauberste Studie zum Thema. Ein randomisierter, doppelblinder, placebokontrollierter Crossover-Trial:
- 110 Hypertonie-Patienten (also Menschen mit bestehendem Bluthochdruck)
- Tagesdosis: 4 g Paracetamol pro Tag über 2 Wochen, dann nach Washout 2 Wochen Placebo (oder umgekehrt)
- Gemessen: 24-Stunden-Blutdruck-Monitoring
Das Ergebnis:
“Regular daily intake of 4 g acetaminophen increases systolic BP in individuals with hypertension by ≈5 mm Hg when compared with placebo; this increases cardiovascular risk and calls into question the safety of regular acetaminophen use in this situation.” — MacIntyre et al., Circulation 2022
Konkret: +4,7 mmHg systolisch im Tagesdurchschnitt unter Paracetamol-Dauergabe gegenüber Placebo. Statistisch signifikant. Klinisch relevant. Vergleichbar mit dem Effekt von NSAIDs (Ibuprofen, Diclofenac), die seit Jahren bei Hypertonie als heikel gelten. Schätzungen rechnen diesen Anstieg in ein um etwa 20 Prozent erhöhtes kardiovaskuläres Risiko um.
Säule 3: Reale Outcomes (Rao et al., European Heart Journal 2023)
Die dritte Säule ist die größte Kohortenstudie zum Thema, ausgewertet über die britische Clinical Practice Research Datalink:
- 475.442 Personen aus elektronischen Krankenakten
- Verglichen wurden Patienten, die natriumbasierte Paracetamol-Brausetabletten einnahmen, mit Patienten, die nicht-natriumbasierte Standard-Tabletten nahmen
- Endpunkte: kardiovaskuläre Ereignisse und Gesamt-Mortalität
Die Befunde sind differenziert (und genau das macht sie glaubwürdig):
- Höhere Mortalitätsrate bei Patienten mit natriumbasierten Paracetamol-Brausetabletten in der Rohauswertung
- Nach Bereinigung um Störfaktoren (z.B. Dysphagie, also Schluckstörungen, die ohnehin mit höherer Mortalität korrelieren) schwächt sich der Effekt deutlich ab
- Die kurzfristige Anwendung in der Routinepraxis zeigt keinen signifikanten Unterschied im systolischen Blutdruck zwischen natriumbasierten und nicht-natriumbasierten Paracetamol-Formulierungen
- Die Langzeitrisiken durch chronisch erhöhte Natriumlast bleiben aber bestehen
Die Nuance: Was die Studienlage tatsächlich sagt
Wer nur die Schlagzeilen liest, könnte denken: “Brause = Salz = Schlaganfall”. Das ist zu kurz gesprungen. Was die drei Studien zusammen wirklich zeigen:
- Gelegentlicher Konsum einer Brausetablette ist für gesunde Erwachsene unkritisch. Akute Einnahme einer Salztafel von 268 oder 450 mg überfordert die Niere nicht.
- Regelmäßige Einnahme über Wochen und Monate verschiebt den Natriumhaushalt. Bei bestehender Hypertonie, eingeschränkter Nierenfunktion oder genetischer Salzsensitivität wird das messbar im systolischen Blutdruck.
- Der Unterschied zwischen natriumbasiert und nicht-natriumbasiert ist im Kurzzeit-RCT klein. Der größere Effekt kommt von Paracetamol selbst (5 mmHg laut PATH-BP), unabhängig von der Formulierung.
- Für Brause-Nahrungsergänzungsmittel (Magnesium, Vitamin-C) liegt keine vergleichbar große RCT-Datenlage vor. Das Risiko-Argument basiert hier auf der kumulativen Natrium-Bilanz, nicht auf einer einzelnen Studie zur Brause-Formulierung.
Das ehrliche Fazit: Wenn du gesund bist, gelegentlich eine Brause nimmst und insgesamt salzarm isst, ist das Risiko gering. Wenn du diagnostizierte Hypertonie oder eine andere Risiko-Indikation hast, ist regelmäßiger Brausetabletten-Konsum ein vermeidbarer Beitrag zu deiner Tages-Natriumbilanz. Die Studienlage rechtfertigt keine Panik, aber sie rechtfertigt bewusste Wahl.
Wer sollte besonders auf Brause-Natrium achten?
Bewusst nicht “meiden” als Kategorie, weil das pauschal zu hart wäre. Aber bei diesen Indikationen lohnt sich das genaue Hinsehen, weil der Brause-Beitrag zur Tages-Natrium-Bilanz hier proportional viel mehr Schaden anrichten kann als bei gesunden Erwachsenen:
- Diagnostizierte Hypertonie, auch medikamentös gut eingestellte. Die +5 mmHg aus der PATH-BP-Studie sind exakt die Gruppe, die ohnehin am oberen Rand der Sicherheitsgrenze fährt. Jeder zusätzliche Beitrag zählt.
- Herzinsuffizienz und bekannte koronare Herzkrankheit. Natrium bindet Wasser, das erhöht das zirkulierende Blutvolumen, das erhöht die Herzbelastung. Bei eingeschränkter Pumpfunktion potenziell relevant.
- Eingeschränkte Nierenfunktion (eGFR unter 60, das ist die Grenze zur Niereninsuffizienz Stadium 3). Die Niere ist das Hauptorgan für die Natrium-Ausscheidung. Wenn sie nicht mehr 92-93 Prozent der Aufnahme effizient herausfiltern kann, akkumuliert Natrium im Körper.
- Ödemneigung und sichtbare Wassereinlagerungen, etwa an Knöcheln. Häufig ein Frühzeichen für Herz-, Nieren- oder Leberprobleme. Hohe Natriumzufuhr verschlimmert das mechanisch.
- Salzsensitive Hypertonie. Das ist genetisch häufiger als viele denken (etwa 25-30 Prozent der Hypertoniker). Bei dieser Form reagiert der Blutdruck überdurchschnittlich stark auf Natrium-Reduktion. Lässt sich durch ein 2- bis 4-wöchiges Salz-Reduktions-Experiment unter ärztlicher Begleitung feststellen.
- Schwangerschaft, besonders ab dem zweiten Trimester. Schwangere haben einen physiologisch erhöhten Natriumbedarf (laut EFSA 2,0 g/Tag, gleicher Wert wie nicht-schwangere Erwachsene), aber Präeklampsie-Risiko spielt eine eigene Rolle. Hier immer mit dem Frauenarzt sprechen.
- Kinder unter 11 Jahren. Die EFSA-Referenzwerte sind altersabhängig deutlich niedriger als für Erwachsene (1,1 g für 1-3-Jährige, 1,3 g für 4-6-Jährige). Eine erwachsenen-dosierte Brausetablette kann hier schnell den Tagesgrenzwert sprengen.
Wenn du zu einer dieser Gruppen gehörst und trotzdem ein Brause-Format bevorzugst (wegen Geschmack, Schluckproblemen oder weil es einfach in deine Routine passt), ist die saubere Wahl: Varianten mit unter 50 mg Natrium pro Tablette.
Praktische Schritte: Was du heute tun kannst
Bevor wir zu den salzarmen Alternativen kommen, drei kostenlose Schritte, die du in den nächsten 24 Stunden umsetzen kannst:
Schritt 1: Etikett deiner aktuellen Brause prüfen. Such auf der Packung nach “Natrium” oder “Salz”. Wenn beides fehlt, schau in die Zutatenliste nach Natriumhydrogencarbonat, Natriumcarbonat, Mononatriumcitrat, Natrium-Saccharin, Natrium-Cyclamat oder Natriumbenzoat. Jeder dieser Stoffe trägt zur Natrium-Gesamtbilanz bei. Wenn du keine Mengenangabe findest: bei der Apotheke direkt fragen oder das Produkt wechseln.
Schritt 2: Tagesbilanz machen. Trag deine aktuelle Brause-Einnahme in unseren Natrium-Rechner ein. Du siehst sofort, welcher Anteil der DGE-Tageshöchstmenge allein durch Brause aufgebraucht wird. Wenn du über 20 Prozent kommst und in eine der Risikogruppen oben fällst, ist Schritt 3 angezeigt.
Schritt 3: Mit Arzt oder Apotheker sprechen. Bei diagnostizierter Hypertonie, Nierenerkrankungen oder Schwangerschaft macht eine kurze Rücksprache Sinn. Nimm die Packung deiner aktuellen Brause mit. Apotheker sehen die Inhaltsstoffe sofort und kennen die salzarmen Alternativen in ihrem Sortiment.
Salzarme Alternativen im Vergleich
Hinweis: Die folgenden Empfehlungen enthalten Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links etwas kaufst, erhält Brausefakten eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts. Unsere Empfehlungs-Reihenfolge richtet sich nach Natriumgehalt und Brausefakten-Score, nicht nach Provisionshöhe. Mehr dazu unter Offenlegung.
Drei Wege, deinen Brause-Konsum für den Blutdruck unbedenklich zu machen, sortiert nach Aufwand:
-
Wechsel auf Tabletten, Kapseln oder Pulver ohne Brause-Funktion. Der einfachste Weg. Magnesium, Vitamin C, Multivitamine gibt es alle als natriumfreie Tabletten, Kapseln, Lutschtabletten oder Direkt-Granulate. Geschmack ist neutraler, Preis pro Dosis oft niedriger. Einziger Nachteil: kein Sprudel-Erlebnis. Wer die Brause nur aus Geschmacksgründen wählt, verliert hier nichts Funktionales.
-
Wechsel auf salzarme Brausetabletten (unter 50 mg Natrium pro Tablette). Diese gibt es. Sie sind aber im deutschen Apotheken-Markt selten und meist teurer pro Dosis. Erkennungsmerkmal in der Zutatenliste: Kaliumhydrogencarbonat statt Natriumhydrogencarbonat. Konkrete Produktempfehlungen mit Natrium-Color-Coding findest du in unserem Magnesium-Brause-Vergleich, wo wir für Hypertonie-Patienten geeignete Varianten sofort markieren.
-
Wechsel auf Mineralwasser plus frische Vitamin- und Mineralstoff-Quellen. Der natürlichste Weg, der ganz ohne Supplementierung auskommt. Magnesium steckt in Vollkorn, Nüssen, Hülsenfrüchten und grünem Gemüse. Vitamin C in Paprika, Zitrusfrüchten, Beeren. Für die meisten gesunden Erwachsenen reicht eine ausgewogene Ernährung, um den DGE-Tagesbedarf zu decken, ohne dass ein einziges Brausepulver nötig wäre.
Wenn dich speziell die Magnesium-Frage interessiert und du wissen willst welche Marke ihre Natriumlast unter 50 mg hält, ist Pillar 2: Magnesium-Brause Vergleich 2026 dein nächster Stopp.
Was Verbraucherschutz und Behörden empfehlen
Drei deutsche und europäische Institutionen, die sich systematisch mit dem Thema befasst haben, kommen zum gleichen Tenor: weniger Natrium ist besser, und Brausetabletten sind eine vermeidbare versteckte Quelle.
DGE und EFSA: Die offiziellen Referenzwerte
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für gesunde Erwachsene maximal 2.000 mg Natrium pro Tag, das entspricht etwa 5 g Kochsalz. Die EFSA hat 2019 in ihrer Neubewertung der Dietary Reference Values denselben Wert für die EU-Bevölkerung bestätigt:
| Altersgruppe | Sichere Natriumzufuhr (g/Tag) |
|---|---|
| Säuglinge (7-11 Monate) | 0,2 (Adequate Intake) |
| Kinder (1-3 Jahre) | 1,1 |
| Kinder (4-6 Jahre) | 1,3 |
| Kinder (7-10 Jahre) | 1,7 |
| Kinder (11-17 Jahre) | 2,0 |
| Erwachsene (inkl. Schwangere/Stillende) | 2,0 |
Quelle: EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens, Dietary Reference Values for Sodium, EFSA Journal 2019. Die EFSA begründet die 2-Gramm-Grenze ausdrücklich mit dem dokumentierten Effekt auf das kardiovaskuläre Risiko in der erwachsenen Bevölkerung.
Zwei Brausetabletten am Tag (je 268 mg laut VZ NRW Marktcheck = 536 mg gesamt) liefern bereits 27 Prozent dieses Tagesbudgets, bevor irgendetwas Salzhaltiges gegessen wurde. Drei Tabletten machen rund 40 Prozent. Bei den im Schmerz/Erkältungs-Segment üblichen 450 mg pro Tablette knackt eine einzige Tablette bereits die 20-Prozent-Marke.
Verbraucherzentrale: Pflicht zur Deklaration einfordern
Die Verbraucherzentrale NRW hat in ihrem Marktcheck 04/2025 nicht nur die Werte erhoben, sondern auch eine politische Forderung formuliert: Hersteller sollen verpflichtet werden, Natrium- oder Salzgehalt auf jeder Brausetablette zu deklarieren. Aktuell ist das bei Nahrungsergänzungsmitteln nicht zwingend, anders als bei verpackten Lebensmitteln. Die Folge: rund die Hälfte der untersuchten 72 Produkte machte gar keine Angabe.
Deutsche Hochdruckliga: Brause als vermeidbare Quelle
Die Deutsche Hochdruckliga (Berufsverband der Bluthochdruck-Mediziner in Deutschland) führt Brausetabletten in ihren Patienten-Empfehlungen ausdrücklich unter “versteckte Natriumquellen”. Ihr Rat an Hypertonie-Patienten: regelmäßige Brausetabletten-Einnahme vermeiden oder durch salzarme Alternativen ersetzen.
Was das alles zusammen bedeutet
Drei unabhängige Institutionen, je aus unterschiedlicher fachlicher Perspektive (Ernährungswissenschaft, Verbraucherschutz, Kardiologie), kommen zum gleichen Schluss: Brausetabletten sind ein Komfort-Produkt mit kardiovaskulären Folgekosten, die du als Konsument kennen solltest. Die wissenschaftliche Basis ist solide, die behördlichen Empfehlungen konsistent. Was bisher fehlte, war eine einfache Verbraucher-Recherche, die diese drei Stränge zusammenführt und dir konkrete Handlungsoptionen gibt. Genau das versuchen wir hier zu liefern.
Wenn dir dieser Artikel geholfen hat: gerne weiterleiten an Bekannte mit Bluthochdruck. Wenn du Anmerkungen, Korrekturen oder Quellenhinweise hast: schreib uns gerne über die Kontakt-Adresse im Impressum. Wir freuen uns über jede sachliche Rückmeldung und korrigieren transparent.