Direktantwort: das Wichtigste in 30 Sekunden

Wir haben 18 Magnesium-Brausetabletten aus DocMorris, Shop-Apotheke und medpex recherchiert. Die Natrium-Werte stammen direkt aus den Beipackzetteln (Arzneimittel) und Nährwert-Tabellen nach LMIV (Nahrungsergänzungsmittel). Wir haben nichts gerechnet, nichts geschätzt, nichts erfunden.

KennzahlWas sie bedeutet
6 von 18 Produktendeklarieren ihren Natriumgehalt überhaupt: alle vier Arzneimittel plus zwei Nahrungsergänzungsmittel. Die anderen zwölf NEMs geben in der Nährwert-Tabelle nur Magnesium an, obwohl Natriumcarbonate als Säureregulator unverkennbar in der Zutatenliste stehen.
0 von 18 Produktenwerben mit dem Label „salzarm” oder „natriumarm”. Kein einziges Produkt im aktuellen Apotheken-Sortiment positioniert sich auf diesen Wert.
138 bis 314 mgSpannweite des Natriumgehalts pro Tablette unter den sechs deklarierenden Produkten. Die Brausefakten-Empfehlung für Hypertoniker liegt bei unter 50 mg pro Tablette — kein Produkt erreicht das.

Was das praktisch heißt: Wer eine Magnesium-Brause sucht, die sicher unter 50 mg Natrium pro Tablette bleibt, findet im aktuellen Apotheken-Sortiment kein passendes Produkt. Die nächste sichere Option ist eine Wechsel-Form ohne Brause-Reaktion: Pulver, Granulat oder Kapseln. Magnesiocard 5 mmol Pulver ist der bekannteste Vertreter. Die vollständige Tabelle aller 18 Produkte findest du gleich unten.

Stand 2026-05-14, methodische Hinweise: Affiliate-Links sind in dieser Tabelle noch nicht aktiv. Sobald die Partner-Programme bei Awin und Co. freigeschaltet sind, werden die Produktnamen klickbar und zeigen den jeweiligen Apotheken-Preis. Bei Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) ohne deklarierten Natriumwert steht „n. d.” (nicht deklariert), nicht eine geschätzte Zahl — der Wert ist auf der Packung nicht angegeben und vom Hersteller nicht öffentlich gemacht.

Vergleichstabelle: die 6 Produkte mit deklariertem Natriumgehalt

Werbe-Offenlegung gemäß § 5a UWG: Sobald die Affiliate-Programme aktiv sind, verlinken wir die Produktnamen auf DocMorris, Shop-Apotheke und medpex. Brausefakten erhält dann eine Provision pro Verkauf — du zahlst den gleichen Preis. Unsere Sortierung folgt dem Brausefakten-Score (Natriumgehalt 40 %, Bioverfügbarkeit 25 %, Preis pro mg Magnesium 20 %, Reinheit 15 %), nicht der Provisionshöhe. Volle Vergütungs-Details unter Offenlegung.

Sortierung: Aufsteigend nach Natriumgehalt pro Tablette. Alle Werte stammen aus Beipackzetteln der Arzneimittel-Hersteller oder den LMIV-Nährwert-Tabellen der Nahrungsergänzungsmittel-Anbieter — keine Schätzung, keine Hochrechnung. Stand: 2026-05-14.

ProduktMg/TabVerbindungNatrium/Tab% v. 2 g¹Hypertoniker?²€/Tab
Magnesiocard 7,5 mmol (Verla)182,3 mgAspartat138 mg6,9 %Bedingt0,33 €
AmosVital Soma Magnesium240 mgCarbonat140 mg7,0 %Bedingt0,13 €
Magnesium AL 243 mg (Aliud)243 mgOxid169 mg8,5 %Hoch0,27 €
TEMA Magnesium 150 mg150 mgCarbonat230 mg11,5 %Hoch0,09 €
Magnesium-Sandoz 243 mg243 mgCitrat + Aspartat257 mg12,9 %Hoch0,30 €
Magnesium Verla 5 mmol121,5 mgAspartat314 mg15,7 %Sehr hoch0,28 €

¹ Anteil an der EFSA-Schätzung für eine sichere und angemessene Natriumzufuhr von 2 g pro Tag bei Erwachsenen (EFSA NDA Panel 2019). Wer in Therapie mit niedrig-Natrium-Diät steht, sollte die Schwellen entsprechend strenger ansetzen.

² Hypertonie-Eignung folgt der Brausefakten-Heuristik: bis 50 mg Natrium pro Tablette „Geeignet”, 50-150 mg „Bedingt”, 150-300 mg „Hoch”, über 300 mg „Sehr hoch”. Kein Produkt aus diesem Sample erfüllt die Schwelle von unter 50 mg.

Was die Tabelle zeigt: Die niedrigsten deklarierten Werte liegen bei 138 mg (Magnesiocard 7,5 mmol) und 140 mg (AmosVital Soma) — beide fallen knapp in den Bereich „Bedingt geeignet” für Hypertoniker, beide werden vom Hersteller aber nicht als salzarm beworben. Vier weitere Produkte liegen zwischen 169 und 314 mg Natrium pro Tablette und sind für Risiko-Patienten ungeeignet. Die übrigen 12 untersuchten Produkte deklarieren ihren Natriumgehalt gar nicht — sie stehen in einem eigenen Block weiter unten, weil das eine eigene Geschichte ist.

Wenn du Bluthochdruck hast, ist der Natrium-Wert der wichtigste Faktor in dieser Tabelle. Mehr zu den Auffälligkeiten gleich im nächsten Abschnitt Anomalien, Empfehlungen für deine Situation in Salzarme Alternativen.

Anomalien: was die Daten verraten

Wenn man 18 Magnesium-Brausetabletten nebeneinander legt und die deklarierten Werte vergleicht, fallen vier Beobachtungen auf. Jede einzelne ist für sich genommen ein Aufklärungs-Aufhänger — zusammen ergeben sie ein Bild davon, wie unausgereift die Natrium-Transparenz im Markt aktuell ist.

  • TEMA Magnesium 150 mg (AmosVital): 230 mg Natrium für 150 mg Magnesium pro Tablette. Mehr Salz als Mineral. Niedrigpreis-Variante bei 0,09 € pro Tablette, transparent deklariert in der LMIV-Nährwert-Tabelle. Wer auf Natrium achten muss, zahlt hier den niedrigen Preis mit der höchsten Salzlast im Nahrungsergänzungs-Segment.
  • Magnesium Verla 5 mmol Brausetabletten: 314 mg Natrium für 121,5 mg Magnesium pro Tablette — Verhältnis Natrium zu Magnesium 2,6:1. Das ist das schlechteste Verhältnis im gesamten Sample. Bei der vom Hersteller empfohlenen Tagesdosis von 3 Tabletten kommen 942 mg Natrium zusammen, fast die Hälfte der EFSA-Tagesschätzung.
  • Magnesium AL 243 mg (Aliud Pharma): 169 mg Natrium für 243 mg Magnesium pro Tablette. Das einzige Arzneimittel im Sample mit einem Natrium-zu-Magnesium-Verhältnis unter 1:1. Aliud ist die Generika-Linie auf Basis der Beta-Pharm-Lizenz — wirkt unsexy, ist aber unter den hochdosierten Mg-Produkten die salz-ärmste Option.
  • Magnesium-Sandoz 243 mg: 257 mg Natrium für 243 mg Magnesium. Ausgewogenstes Verhältnis unter den hochdosierten Arzneimitteln (1,06:1). Im Beipackzettel weist Sandoz explizit aus, dass zwei Brausetabletten 26 % der WHO-Tageshöchstdosis Natrium liefern — diese Transparenz fehlt im NEM-Bereich nahezu komplett.

Was diese vier Befunde gemeinsam zeigen: die Magnesium-Brause-Reaktion erkauft sich ihren Sprudel mit einer Natriumlast, die in keinem Fall vernachlässigbar ist. Selbst die transparentesten Produkte liegen weit über der 50-mg-Schwelle, die wir Hypertonikern empfehlen.

Die 12 Produkte, die den Natriumwert verschweigen

Zwölf der achtzehn untersuchten Magnesium-Brausetabletten geben den Natriumgehalt gar nicht an — weder in der Nährwert-Tabelle nach Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) noch im Beipackzettel. Alle 12 sind Nahrungsergänzungsmittel, nicht Arzneimittel. Das ist kein Zufall: bei Arzneimitteln ist die Natriumdeklaration über die EU-Richtlinie 2017/1437 verpflichtend, bei NEMs darf der Hersteller frei entscheiden, was in die Nährwert-Tabelle kommt.

Was wir aber bei allen 12 Produkten schwarz auf weiß in der Zutatenliste finden: Natriumcarbonat, Natriumhydrogencarbonat, Natriumcyclamat oder Natriumsaccharin — meist eine Kombination aus mehreren. Diese Verbindungen sind die Säureregulatoren und Süßstoffe, die die Brause überhaupt erst zum Sprudeln bringen und schmackhaft machen. Der Natriumanteil ist also unstrittig vorhanden, nur die Menge bleibt im Dunkeln.

Hier die zwölf Produkte mit dem, was der Hersteller veröffentlicht — und dem, was er nicht sagt:

  • Activline Magnesium Zitrone (Dr. B. Scheffler, PZN 08717306): 200 mg Magnesiumcarbonat pro Tablette. Zutaten: Natriumhydrogencarbonat, Natriumcyclamat, Natriumsaccharin. Nährwert-Tabelle listet nur Magnesium. Preis: 0,09 € pro Tablette.
  • Alphega Magnesium (Alliance Healthcare, PZN 18879398): 187,5 mg Magnesiumcarbonat. Hilfsstoffe: Citronensäure, Natriumhydrogencarbonat, Inulin, Aspartam. Apotheken-Eigenmarke, derzeit bei beiden Versandapotheken nicht verfügbar.
  • Biolectra Magnesium 150 mg Brausetabletten (Hermes Arzneimittel, PZN 08115503): 150 mg Magnesiumoxid. Zutaten enthalten explizit auch Natriumchlorid (Kochsalz), zusätzlich Natriumcarbonate und Natriumcitrate. Preis: 0,54 € pro Tablette — das ist Premium-Preisniveau ohne Premium-Transparenz.
  • Biolectra Magnesium 365 fortissimum (Hermes Arzneimittel, PZN 02725210): Arzneimittel, aber älterer Beipackzettel von vor 2017 ohne Natrium-Pflichtangabe. 365 mg Magnesium aus Carbonat und Oxid. Zutaten: Natriumhydrogencarbonat, Natriumcarbonat, Saccharin-Natrium, Natriumcyclamat, Natriumchlorid. Hier wäre eine aktualisierte Beipackzettel-Fassung längst überfällig.
  • DocMorris Magnesium + Vitamine Brausetabletten (Krüger für DocMorris, PZN 08068799): 240 mg Magnesiumcarbonat. Versand-Apotheken-Eigenmarke bei 0,07 € pro Tablette. Zutaten: Natriumhydrogencarbonat, Natriumcyclamat, Natriumsaccharin. Nährwert-Tabelle nennt nur Magnesium und die Vitamine.
  • Doppelherz aktiv Magnesium 400 + B1+B6+B12+Folsäure (Queisser Pharma, PZN 01886276): 400 mg Magnesium aus Carbonat-Citrat-Mix. Marktführer-Produkt mit der höchsten Magnesium-Dosis im Sample und null Natrium-Transparenz. Zutaten: Natriumhydrogencarbonat und Natriumcarbonat als Säureregulator plus Natriumcyclamat und Saccharin-Natrium als Süßstoffe.
  • Doppelherz aktiv Magnesium + Calcium + D3 (Queisser Pharma, PZN 19068880): 300 mg Magnesiumcarbonat plus Calcium und Vitamin D. Gleicher Hersteller, gleiches Muster: Natriumhydrogencarbonat in den Zutaten, Wert nicht deklariert.
  • Dr. Boehm Magnesium Sport Brausetabletten (Apomedica, PZN 04036621): 150 mg Magnesiumoxid plus 250 mg Kalium und 50 mg Vitamin C. Zutaten enthalten Natriumchlorid neben Natriumcarbonaten — als „Elektrolytmix” für Sportler positioniert. Premium-Preisniveau bei 0,42 € pro Tablette.
  • EVAEM Magnesium 375 mg (sanotact, PZN JW2Y6T8Z): 187,5 mg Magnesiumcarbonat pro Tablette, Tagesdosis 2 Tabletten = 375 mg Mg. Marketing: „Made in Germany”, vegan, zuckerfrei. Natrium-Transparenz: Fehlanzeige. Zutaten: Natriumhydrogencarbonat, Natriumcyclamat, Natriumsaccharin.
  • Hermes Cevitt + Magnesium (Hermes Arzneimittel, PZN 04777949): 100 mg Magnesiumoxid in einem primär Vitamin-C-orientierten Produkt. Zutaten enthalten Kaliumcarbonate, Natriumcarbonate und Kaliumchlorid als Geschmacksverstärker — eine teilweise Kalium-Substitution, aber ohne dass der verbleibende Natriumanteil ausgewiesen wird.
  • MEDICOM Magnesium 200 mg (Medicom Pharma, PZN 16622011): 200 mg Magnesiumcarbonat. Zutaten: Natriumhydrogencarbonat, Natriumcyclamat, Saccharin-Natrium. Der Beipackzettel-PDF ist verfügbar, aber die Nährwert-Tabelle nennt nur Magnesium.
  • SUNLIFE Magnesium Brausetabletten (Sunlife, PZN 11229059): 400 mg Magnesiumcarbonat — gemeinsam mit Doppelherz 400 das hochdosierteste NEM. Preis: 0,10 € pro Tablette, also Discount-Niveau. Zutaten: Natriumhydrogencarbonat, Natriumcyclamat, Natriumsaccharin.

Was du daraus für deinen Einkauf mitnimmst: Wenn der Hersteller den Natriumwert nicht in der Nährwert-Tabelle ausweist, obwohl Natrium-Verbindungen unverkennbar als Säureregulator und Süßstoff in den Zutaten stehen, ist das eine bewusste Entscheidung gegen Transparenz. Für Hypertoniker und alle, die ihren Salzkonsum bewusst steuern wollen, ist das eine Nicht-Empfehlung per Default. Wer ein konkretes Produkt aus dieser Liste trotzdem kaufen will, sollte beim Hersteller direkt nach dem deklarierten Natrium-Wert fragen — die Auskunftspflicht greift auch ohne Nährwert-Tabellen-Eintrag.

BfArM-Schwellen: ab wann Natrium ein Warnhinweis ist

Für Arzneimittel mit oraler Anwendung gilt in der EU eine gestufte Pflicht zur Natriumdeklaration (EU-Richtlinie 2017/1437, vom BfArM in Deutschland umgesetzt). Die Schwellen sind klar definiert und beziehen sich auf die vom Hersteller empfohlene Maximaldosis pro Tag, nicht auf die Einzeltablette:

Natriumgehalt pro TagesdosisPflichthinweis im Beipackzettel
unter 1 mmol (23 mg)gilt als „im Wesentlichen natriumfrei”, kein Hinweis nötig
23 bis 391 mg„Enthält Natrium” — relevant für Patienten mit kontrollierter natriumarmer Ernährung
über 391 mg (17 mmol)„Dieses Arzneimittel enthält [X] mg Natrium pro Maximaldosis, entsprechend [Y] % der von der WHO empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme von 2 g für einen Erwachsenen”

Diese Schwellen gelten ausschließlich für Arzneimittel — bei Nahrungsergänzungsmitteln gibt es keine vergleichbare Deklarationspflicht. Genau das ist der regulatorische Spalt, der unsere 12 Verschweiger ermöglicht.

Was passiert, wenn wir die BfArM-Schwellen auf alle 18 Produkte anwenden?

Auch ohne gesetzliche Pflicht für NEMs lohnt es sich, die Heuristik durchzurechnen. Die fünf Arzneimittel in unserer Tabelle (Magnesium-Sandoz, Magnesium Verla, Magnesiocard, Magnesium AL plus Biolectra 365 fortissimum) müssen die Schwellen ohnehin einhalten — und sie tun es teils sehr eng:

  • Schon eine einzelne Brausetablette liegt bei allen sechs transparent deklarierenden Produkten über der 23-mg-Schwelle. Bei strikter Auslegung müsste also jede der 18 Brausetabletten den Hinweis „Enthält Natrium” tragen.
  • Bei der vom Hersteller empfohlenen Tageshöchstdosis überschreiten drei der sechs Deklarierer sogar die 391-mg-Schwelle und erfordern den expliziten WHO-Vergleichshinweis:
    • Magnesium Verla 5 mmol bei 3 Brausetabletten täglich: 942 mg Natrium (47 % der WHO-Tagesgrenze)
    • Magnesium-Sandoz 243 mg bei 2 Brausetabletten täglich: 514 mg (26 %, wie im Beipackzettel auch ausgewiesen)
    • Magnesium AL 243 mg bei 3 Brausetabletten täglich: 508 mg (25 %)
  • Bei den 12 NEM-Verschweigern wissen wir die Werte nicht, aber bei Tagesdosen von 2 Brausetabletten (üblich bei 200-mg-Mg-Produkten) und einer geschätzten Größenordnung von 200-400 mg Natrium pro Tablette laut Branchen-Erfahrung wäre der WHO-Hinweis bei vielen Produkten ebenfalls fällig, wenn sie als Arzneimittel reguliert wären.

Warum die Brausefakten-Schwelle bei 50 mg liegt — und nicht bei 23 mg

Die BfArM-Schwelle von 23 mg pro Tagesdosis ist konservativ gedacht für Patienten mit streng natriumarmer Ernährung (chronische Herzinsuffizienz, dialysepflichtige Niereninsuffizienz, dekompensierte Leberzirrhose). Für gesunde Erwachsene ohne Bluthochdruck ist dieser Wert in der Praxis nicht erreichbar — die normale Nahrung liefert ohnehin täglich mehrere Gramm Natrium.

Unsere Brausefakten-Empfehlung von unter 50 mg pro Tablette ist ein praxisnaher Mittelweg für leichte und mittlere Hypertonie: streng genug, um den Brausefaktor-Beitrag zur Tagesnatriumlast deutlich unter 5 % zu halten, aber nicht so utopisch wie die 23-mg-Vorgabe für intensivmedizinische Sonderfälle. Wenn dein Arzt dir eine strengere Natrium-Diät verordnet hat, gelten für dich die individuellen Werte aus der Sprechstunde, nicht unsere Standard-Schwelle.

Welche Magnesium-Verbindung wirkt am besten?

Die kurze Antwort: es gibt keine universal überlegene Form. Die populäre Faustregel „Citrat ist immer besser als Oxid” stammt aus älteren Bioverfügbarkeits-Studien und ist 2024 mehrfach widerlegt worden. Eine doppelblinde Crossover-Studie an 40 gesunden Erwachsenen (Pajuelo et al., Nutrients 2024) verglich vier Magnesium-Formen mit jeweils 375 mg elementarem Magnesium und maß den Plasma-Anstieg über 6 Stunden:

FormPlasma-Mg-Anstieg signifikant nach…Verträglichkeit
Mikroverkapseltes Magnesiumoxid (MAGSHAPE)1 h, 4 h und 6 hbeste im Vergleich
Konventionelles Magnesiumoxidnur 1 hgut
Magnesiumcitratnur 4 hmehr Stuhlveränderungen
Magnesiumbisglycinatkeine signifikante Veränderungunauffällig

Die Erkenntnis ist nicht, dass Oxid nun „besser” ist als Citrat — sondern dass die Galenik (Auflöseverhalten, Mikroverkapselung, Tablettenstruktur) mindestens so wichtig ist wie die chemische Salzform. Ein gut formuliertes Oxid-Produkt kann ein schlecht formuliertes Citrat schlagen, und umgekehrt.

Das passt zu älteren Befunden, die nicht widersprüchlich sind, sondern den gleichen Punkt von einer anderen Seite machen: Kappeler et al. 2017 (deutsche Crossover-Studie) und Walker et al. 2003 zeigen beide eine höhere Bioverfügbarkeit von Citrat gegenüber Oxid in Standard-Tabletten-Form, während Firoz & Graber 2001 Oxid bei rund 4 % fraktioneller Absorption verortet. Aber Siener et al. 2011 bringt die Pointe: dieselbe Substanz Magnesiumoxid liefert als efferveszente Brause rund 40 % mehr Magnesium ins Urin als die Kapsel-Form. Die Auflösung vor der Einnahme schlägt also die reine Salzform-Wahl. Übersetzt für unsere Vergleichstabelle: jedes Brause-Format hat einen galenischen Bonus, den ein Tabletten- oder Kapsel-Format mit gleicher Verbindung nicht hat — was die Bewertung der Salzform allein erst recht relativiert.

Die fünf Magnesium-Verbindungen in Brausetabletten

In den 18 untersuchten Magnesium-Brausetabletten begegnen uns fünf Verbindungen, jede mit eigenem Profil. Die Prozentangabe in Klammern ist der Anteil elementaren Magnesiums an der Salzmasse — relevant, weil eine 400-mg-Mg-Brause aus Oxid (60 %) deutlich kompakter sein kann als die gleiche Dosis aus Citrat (10-16 %):

  • Magnesiumcarbonat (28,8 % elementares Mg, in 11 von 18 Produkten): die häufigste Form im NEM-Segment. Reagiert direkt mit der Säure beim Auflösen — Hersteller sparen sich einen separaten Säureregulator. Bioverfügbarkeit moderat (etwa 20-30 %), klare Vorteile bei Magenempfindlichkeit gegenüber Oxid.
  • Magnesiumoxid (60,3 % elementares Mg, in 4 von 18 Produkten, davon Magnesium AL als Arzneimittel): höchster Magnesium-Anteil pro Gramm Substanz, klassisch als „schwer resorbierbar” verschrien. Pajuelo 2024 und Siener 2011 relativieren diese Einschätzung erheblich, wenn die Galenik stimmt — efferveszente Form kann der Kapsel überlegen sein.
  • Magnesiumcitrat (10-16 % elementares Mg, in 1 Brausetablette des Samples — Magnesium-Sandoz nutzt es als Komponente): die populärste „organische” Form. Bioverfügbarkeit in den meisten Studien (Kappeler 2017, Walker 2003) höher als Oxid, allerdings mit höherem Risiko für osmotische Durchfälle bei Tagesdosen über 300 mg.
  • Magnesiumaspartat (rund 10 % elementares Mg, in den 3 Verla-/Sandoz-Arzneimitteln): hohe Bioverfügbarkeit (vergleichbar mit Citrat), aber in Nahrungsergänzungsmitteln in Deutschland nicht zugelassen — du findest Aspartat nur in apothekenpflichtigen Arzneimitteln. Bei chronischer Anwendung über Monate gibt es Bedenken wegen exzitatorischer Effekte hochdosierter Aspartat-Aminosäuren.
  • Magnesiumglycinat / Bisglycinat (14,1 % elementares Mg): in keinem der 18 untersuchten Brausetabletten enthalten, weil chemisch in einer Brause schwer stabil zu halten. Schuette et al. 1994 zeigte bei Patienten mit Ileumresektion bessere Resorption und Verträglichkeit als Oxid — bei Gesunden ist die Datenlage dünner. Pajuelo 2024 maß überraschend wenig Plasma-Effekt.

Welche Form solltest du wählen?

Pragmatische Heuristik nach unserer Datenlage:

  • Bei dokumentiertem Mangel oder ärztlicher Empfehlung: lass den Apotheker die Form anhand der konkreten Indikation aussuchen. Bei akutem Magnesium-Defizit kommt häufig Aspartat (als Arzneimittel) oder Citrat zum Einsatz.
  • Bei allgemeiner Vorsorge ohne Beschwerden: die Form ist sekundär. Achte stattdessen auf eine sinnvolle Dosis (200-400 mg Mg pro Tag), gute Galenik und vor allem den Natriumgehalt.
  • Bei empfindlichem Magen: Carbonat oder Glycinat (Kapsel) statt Citrat. Citrat zieht osmotisch Wasser in den Darm und kann Stuhlveränderungen verstärken.
  • Bei Bluthochdruck: die Magnesium-Form ist nahezu irrelevant. Was zählt, ist der Natriumgehalt pro Tablette — und der hängt von der Brause-Konstruktion ab, nicht von der Mg-Verbindung. Magnesiumoxid mit Kaliumcarbonat-Säureregulator wäre theoretisch ideal salzarm, ist im aktuellen Apotheken-Sortiment aber kaum vertreten.

Ein wichtiger Caveat aus Drenthen et al. (Diabetologia 2024): Selbst eine gut bioverfügbare Magnesium-Form führt nicht automatisch zu einem klinisch spürbaren Effekt. In einer Crossover-Studie mit 14 insulinpflichtigen Typ-2-Diabetikern erhöhte 360 mg Magnesiumgluconat pro Tag zwar zuverlässig den Serum-Magnesium-Wert, brachte aber null Verbesserung bei Insulinsensitivität, HbA1c oder Blutdruck. Bioverfügbarkeit ist eine notwendige, keine hinreichende Bedingung für „spürbare” Effekte.

Wie viel Magnesium brauchst du wirklich?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat klare Schätzwerte für die tägliche Magnesium-Zufuhr — gestaffelt nach Alter, Geschlecht und Lebenssituation. Das sind keine Therapie-Dosen, sondern Werte für die normale Bedarfsdeckung über Nahrung.

GruppeEmpfohlene Tageszufuhr
Erwachsene Männer (25-50 Jahre)350 mg
Erwachsene Männer (ab 51 Jahren)350 mg
Erwachsene Frauen (25-50 Jahre)300 mg
Erwachsene Frauen (ab 51 Jahren)300 mg
Jugendliche (15-19 Jahre, m)400 mg
Jugendliche (15-19 Jahre, w)350 mg
Schwangere310 mg
Stillende390 mg

Quelle: DGE-Referenzwerte für die Magnesiumzufuhr, Stand 2024. Die meisten Erwachsenen erreichen diese Werte über eine ausgewogene Ernährung mit Vollkorn, Nüssen, Hülsenfrüchten und grünem Gemüse problemlos. Eine Supplementierung über Brausetabletten ist nur dann sinnvoll, wenn ein echter Mehrbedarf besteht oder ein dokumentierter Mangel vorliegt.

Wer hat erhöhten Bedarf?

  • Leistungs- und Ausdauersportler: Magnesium-Verlust über Schweiß, vor allem bei Trainingseinheiten über 60 Minuten. Bedarfssteigerung etwa 10-20 % über Normalwert.
  • Schwangere und Stillende: zusätzlicher Bedarf für fötales Wachstum und Milchproduktion. DGE-Werte oben sind die bereits angepassten Empfehlungen.
  • Senioren ab 70 Jahren: die intestinale Magnesium-Resorption sinkt mit dem Alter um etwa 20-30 %. Bedarf bleibt aber gleich, was die Zufuhr-Sicherheit verringert.
  • Diabetiker (Typ 1 und 2): erhöhte Magnesium-Ausscheidung über die Niere bei schlechter Stoffwechseleinstellung.
  • Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen: Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Zöliakie oder Zustand nach Magenoperation reduzieren die Resorption.
  • Personen unter chronischem Stress: Magnesium wird über den Urin verstärkt ausgeschieden.

Mangelerscheinungen — und ihre Tücken

Die klassischen Symptome sind: nächtliche Wadenkrämpfe, Augenlidzucken, Müdigkeit ohne erkennbare Ursache, innere Unruhe, Herzklopfen ohne kardiale Ursache. Das Problem: all diese Symptome sind unspezifisch und können auch durch Schlafmangel, Stress, Schilddrüsenstörungen, Vitamin-D-Mangel oder Elektrolyt-Verschiebungen entstehen.

Ein Blutbild zeigt nur 1 % des Gesamt-Magnesiums, weil das Mineral hauptsächlich intrazellulär gespeichert ist. Ein normaler Serum-Magnesium-Wert schließt einen funktionellen Mangel daher nicht aus. Wer wiederholt Krämpfe hat, sollte ärztlich abklären lassen, ob ein Magnesium-, Kalium- oder Calcium-Problem dahintersteht — und ob eine Supplementierung wirklich nötig ist oder Ernährungsumstellung reicht.

Salzarme Alternativen

Die ernüchternde Realität: Aus unserem Sample von 18 Magnesium-Brausetabletten erfüllt kein einziges Produkt die Schwelle von unter 50 mg Natrium pro Tablette, die wir Hypertonikern als Obergrenze empfehlen. Auch die beiden „besten” Brausen — Magnesiocard 7,5 mmol mit 138 mg und AmosVital Soma mit 140 mg — liegen rund das Dreifache darüber. Und das sind die Werte unter den transparent deklarierenden Produkten; bei den 12 Verschweigern sind sie wahrscheinlich nicht besser.

Der Hintergrund warum das relevant ist: Der Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW (04/2025) hat in einer Stichprobe von 72 Vitamin- und Mineralstoff-Brausetabletten im Schnitt 268 mg Natrium pro Tagesdosis gefunden, gut die Hälfte deklarierte den Wert gar nicht. Der PATH-BP-Trial (MacIntyre, Circulation 2022) zeigt: bei Hypertonikern, die regelmäßig 4 g eines natriumhaltigen Brause-Präparats nehmen, steigt der systolische Blutdruck um etwa +5 mmHg gegenüber Placebo. Die Mechanismen und Studienlage stehen im Bluthochdruck-Pillar ausführlich erklärt.

Drei Auswege, wenn die Brause nicht funktioniert

Wenn du Bluthochdruck hast oder zu Hypertonie neigst und trotzdem Magnesium supplementieren möchtest, bleiben drei realistische Wege:

1. Wechsel auf Pulver, Granulat oder Kapseln. Magnesium kommt in vielen Darreichungsformen — und alles außer der Brause kommt praktisch ohne nennenswerten Natriumzusatz aus. Ein konkretes Beispiel aus dem gleichen Hersteller-Universum wie unsere Tabelle:

  • Magnesiocard 5 mmol Pulver-Beutel (Verla-Pharm Arzneimittel, PZN 01667870): 121,5 mg Magnesium pro Beutel, kein Brause-Mechanismus, kein nennenswertes Natrium. Wir konnten in der Recherche kein Brausetabletten-Produkt mit gleichem Wirkstoff-Profil und niedrigerem Natriumgehalt finden — der gleiche Hersteller bietet die Pulver-Form als praktische Alternative an.
  • Klassische Magnesium-Filmtabletten (Magnesiocard 2,5 mmol Filmtabletten, Magnesium Verla N Filmtabletten und Vergleichbares): kein Brause-Pulver, gut zu schlucken, oft günstiger pro Magnesium-Einheit. Natriumgehalt vernachlässigbar.
  • Magnesium-Kapseln im NEM-Segment (z.B. Premium-Marken mit reinen Mg-Verbindungen ohne Brause-Konstruktion): teurer pro Einheit, dafür praktisch natriumfrei. Bisglycinat, Citrat oder mikroverkapseltes Oxid sind die häufigsten Formen.

Wer beim Apotheken-Beratungsgespräch konkret nachfragt, sollte sagen: „Ich brauche Magnesium, habe aber Bluthochdruck. Was empfehlen Sie ohne nennenswerten Natriumzusatz?” — die Apotheke kann dann direkt aus dem nicht-Brause-Sortiment vorschlagen.

2. Eine 140-mg-Brause akzeptieren und den Rest des Tages kompensieren. Wenn dir die Brause-Form aus Geschmacks- oder Handlings-Gründen wichtig bleibt und du die salzärmsten deklarierten Produkte (Magnesiocard 7,5 mmol oder AmosVital Soma) nimmst, sind das pro Tablette 138-140 mg Natrium. Das ist nicht harmlos, aber managebar: Die EFSA-Empfehlung von 2 g Natrium pro Tag (entspricht 5 g Kochsalz) lässt nach Abzug einer einzelnen Brause noch etwa 1860 mg für den restlichen Tag. Wer beim Essen ohnehin natriumarm kocht, kann das tragen.

Konkret heißt das: eine Brausetablette pro Tag, nicht zwei oder drei. Bei der vom Hersteller empfohlenen Tagesdosis von 2-3 Tabletten (Magnesiocard 7,5 mmol) summieren sich 276-414 mg Natrium allein aus dem Mg-Präparat, plus dein normales Essen. Das überschreitet bei den meisten schon die 2-g-Schwelle.

3. Hersteller-Auskunft einfordern. Wenn du eine bestimmte Magnesium-Brause aus der Familie kennst und nutzen willst (z.B. Doppelherz, Biolectra), aber der Wert nicht deklariert ist: Schreib direkt an den Hersteller-Verbraucherservice und frag explizit nach dem Natriumgehalt pro Tablette. Hersteller sind nach LMIV-Anfrage zur Auskunft verpflichtet, auch wenn der Wert nicht auf der Packung steht. Wer das macht und den Wert bekommt: gerne an info@brausefakten.de schicken, wir bauen die Daten ein und erweitern die Vergleichstabelle.

Wie du salzarme Brausetabletten erkennst (wenn es sie gibt)

Bisher konnten wir keine Magnesium-Brausetablette im DACH-Markt finden, die mit „salzarm” oder „natriumarm” beworben wird. Falls du auf eine triffst, erkennst du eine echte salzarme Variante an drei Merkmalen:

  • Aufdruck „salzarm” oder „natriumarm” ist in Deutschland gesetzlich definiert: das Produkt darf maximal 120 mg Natrium pro 100 g enthalten. Bei einer typischen 5-g-Brausetablette wären das also höchstens 6 mg Natrium pro Tablette — weit unter unserer 50-mg-Empfehlung.
  • Kaliumcarbonat oder Kaliumhydrogencarbonat statt Natriumcarbonat in der Zutatenliste. Kalium ist das chemisch nächstliegende Element für die Säure-Base-Reaktion ohne Natrium-Beitrag. Achtung bei Nierenpatienten — siehe Wechselwirkungs-Hinweis weiter unten.
  • Explizite Hersteller-Angabe „unter X mg Natrium pro Tablette” in der Nährwert-Tabelle, idealerweise mit Wert deutlich unter 50 mg.

Sollte ein solches Produkt auf den Markt kommen, wird es in dieser Tabelle als erstes auftauchen. Aktuell ist die ehrliche Antwort: die Brause-Form ist für Hypertoniker derzeit kein guter Weg.

Brause-Chemie: warum überhaupt Natrium drin ist

Die Brause-Reaktion in einer Tablette ist eine ganz klassische Säure-Base-Reaktion. Eine organische Säure (meist Citronensäure oder Weinsäure) reagiert in Wasser mit einer Base und setzt dabei CO₂ frei. Das CO₂ ist die Brause.

Als Base nutzen die meisten Hersteller Natriumhydrogencarbonat (Backpulver-Hauptbestandteil) oder Natriumcarbonat, weil das billig, lebensmitteltechnisch unbedenklich und chemisch stabil ist. Pro Tablette werden je nach Rezeptur 200 bis 1000 mg dieser Natrium-Verbindungen eingesetzt — und genau daraus stammt der hohe Natriumgehalt im Endprodukt. Eine Brausetablette ohne Natrium ist technisch möglich, aber:

  • Kaliumhydrogencarbonat kann Natriumhydrogencarbonat 1:1 ersetzen. Vorteil: kein Natrium. Nachteil: bitterer Beigeschmack, Kaliumlast für Nierenpatienten, höhere Rohstoffkosten.
  • Calciumcarbonat-Citronensäure-Kombinationen liefern gleichzeitig Calcium. Vorteil: doppelter Nährwert. Nachteil: schlechtere Löslichkeit, sandige Textur.
  • Magnesiumcarbonat als eigene Brause-Komponente funktioniert in Magnesium-Brausen sowieso doppelt: liefert Magnesium und reagiert mit der Säure. Manche Hersteller kombinieren Magnesiumcarbonat + Magnesiumcitrat als Wirkstoff-Mix, der gleichzeitig die Brause-Reaktion treibt.

In der Praxis nutzen vor allem kleinere Marken im Apotheken-Premiumsegment Kalium- statt Natriumcarbonat, um sich als “salzarm” zu positionieren. Massenmarken bleiben aus Kostengründen meist bei der Natrium-Variante. Wer beim Etikett-Lesen ein Vorgehen sucht: zuerst die Zutatenliste auf “Natriumhydrogencarbonat”, “Natriumcarbonat” oder “E 500” prüfen, dann die Nährwert-Tabelle auf den ausgewiesenen Natrium-Wert pro Tablette oder Tagesdosis.

Brausefakten-Score: wie wir bewerten

Unser Score ist keine pharmakologische Bewertung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Er ist eine verbraucherorientierte Gesamtnote, die vier Kriterien gewichtet zusammenfasst. Das Ergebnis: eine Zahl von 0 bis 10, höher ist besser.

KriteriumGewichtWas wir messen
Natriumgehalt pro Tagesdosis40 %unter 50 mg = 10 Punkte, 50-150 mg = 7, 150-300 mg = 4, über 300 mg = 1
Bioverfügbarkeit der Magnesium-Verbindung25 %Citrat/Glycinat/Malat = 10, Carbonat = 6, Oxid = 4 (gestützt auf Studien zu Resorption beim Erwachsenen)
Preis pro 100 mg Magnesium20 %günstigstes Produkt = 10 Punkte, dann linear bis zum teuersten
Reinheit und Zusatzstoffe15 %je weniger Süßstoffe, Farbstoffe und Aromen, desto besser

Warum 40 % Gewicht auf Natrium? Weil der Natriumgehalt das einzige Kriterium ist, das die Hauptthese dieser Site direkt betrifft — und das nach Datenlage der Verbraucherzentrale NRW 04/2025 bei der Hälfte der Produkte gar nicht deklariert wird. Wenn Hersteller transparent salzarm produzieren, wollen wir das belohnen.

Warum Bioverfügbarkeit nur 25 %? Weil die Unterschiede in der Praxis kleiner sind als oft suggeriert. Bei moderaten Dosen (200-400 mg/Tag) reicht auch Oxid für die Bedarfsdeckung gesunder Erwachsener völlig aus. Die Citrat-Überlegenheit zeigt sich vor allem bei hohen Dosen und empfindlichem Magen.

Magnesium und andere Medikamente — was beachten?

Magnesium-Supplementierung ist in den allermeisten Fällen unproblematisch, aber es gibt drei klinisch relevante Wechselwirkungen, die du kennen solltest:

  • Antibiotika der Tetracyklin- und Fluorchinolon-Gruppe (zum Beispiel Doxycyclin, Ciprofloxacin): Magnesium bildet im Darm schwer lösliche Komplexe und reduziert die Antibiotika-Aufnahme um bis zu 50 %. Lösung: Mindestens 2-3 Stunden Abstand zwischen Antibiotikum und Magnesium-Brausetablette.
  • Bisphosphonate gegen Osteoporose (zum Beispiel Alendronsäure): gleiche Komplexbildung, gleiche Konsequenz. Lösung: Magnesium frühestens 2 Stunden nach dem Bisphosphonat einnehmen, im Idealfall an einem anderen Tag.
  • Diuretika (Schleifendiuretika wie Furosemid, Thiazide): erhöhen die Magnesium-Ausscheidung über die Niere. Das kann eine Supplementierung nötiger machen, aber die Dosierung sollte mit dem behandelnden Arzt abgestimmt sein.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion (eGFR unter 60 ml/min, fortgeschrittene chronische Niereninsuffizienz, Dialyse) gilt: Magnesium nur nach Rücksprache mit dem Nephrologen. Die Niere ist das einzige Ausscheidungsorgan für Magnesium, eine Akkumulation kann zu Hypermagnesiämie führen — mit niedrigem Blutdruck, Reflexabschwächung und im Extremfall Atemdepression. Das ist kein theoretisches Risiko: hochdosierte Magnesium-Arzneimittel wie Magnesium-Diasporal 300 mg sind in der offiziellen Fachinformation bei schwerer Nierenfunktionsstörung explizit kontraindiziert. Bei Nahrungsergänzungsmitteln fehlt eine vergleichbare Pflichtangabe — die Vorsicht gilt aber genauso.

Wann zum Arzt — und wann reicht die Apotheke?

Brausetabletten aus der Apotheke decken den normalen Mehrbedarf ab. Ärztlich abklären lassen solltest du:

  • Krämpfe oder Herzrhythmusstörungen, die trotz regelmäßiger Magnesium-Supplementierung anhalten
  • ungeklärten Gewichtsverlust, anhaltende Durchfälle oder Nährstoff-Resorptionsstörungen
  • chronische Vorerkrankungen (Diabetes, Hypertonie, Herzinsuffizienz, Nierenleiden)
  • gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente, vor allem Diuretika oder PPI (Magenschutz)
  • Schwangerschaft und Stillzeit, wenn du über die normale Erhaltungsdosis hinausgehst

Ein einfacher Magnesium-Mangelverdacht ist kein Notfall, sondern ein Anlass für die nächste reguläre Hausarzt-Sprechstunde. Akute Wadenkrämpfe in der Nacht sind unangenehm, aber harmlos, solange sie nicht mit weiteren Symptomen einhergehen.

Was empfehlen Apotheker?

Apotheker beurteilen Magnesium-Präparate meist nach diesen Kriterien:

  1. Bioverfügbarkeit – Citrat oder Glycinat schlagen Oxid
  2. Reinheit – Hersteller mit GMP-Zertifizierung und ohne unnötige Zusatzstoffe
  3. Dosierung pro Einheit – passt zu Tagesbedarf?
  4. Verträglichkeit – manche Verbindungen verursachen bei höheren Dosen Durchfall
  5. Apothekenexklusivität – nicht zwingend ein Qualitätssignal, aber oft mit pharmazeutischer Beratung verknüpft

Konkrete Empfehlungen bekommst du am besten direkt im Beratungsgespräch in deiner Apotheke. Die Versandapotheken DocMorris und Shop-Apotheke haben Beratung per Chat/Telefon und können dir bei Wechselwirkungen mit Medikamenten konkret weiterhelfen.

Fazit: für wen welches Produkt?

  • Gesunde Erwachsene ohne Vorerkrankungen: jede Magnesium-Brausetablette mit 200-400 mg Magnesium ist okay, der Natriumgehalt ist unkritisch.
  • Sportler im Trainingsblock: Citrat-Verbindungen bevorzugen wegen schnellerer Resorption, Natriumzufuhr ist bei intensivem Schweißverlust sogar erwünscht.
  • Hypertoniker und Risikopatienten: ausschließlich salzarme Varianten unter 50 mg Natrium pro Tablette oder direkt auf magensaftresistente Tabletten/Kapseln ohne Brause-Funktion umsteigen. Warum diese Grenze: Mechanismen und Studienlage stehen ausführlich im Bluthochdruck-Pillar.
  • Schwangere und Stillende: nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder der Hebamme. Magnesium-Bedarf ist zwar erhöht, aber die Dosierung muss zur Gesamt-Mikronährstoff-Substitution passen.
  • Senioren: lieber tägliche kleine Dosen über die Nahrung priorisieren statt hochdosierte Brausetabletten. Bei dokumentiertem Mangel: Citrat-Form mit moderater Dosierung.

Wenn du deinen persönlichen Natrium-Anteil aus Brausetabletten gegen die DGE-Tagesreferenz von 1500 mg rechnen willst, hilft dir unser Natrium-Rechner bei einer schnellen Einschätzung.